

MUAY THAI
Muay Thai ist eine Kampfkunst, deren Faszination sich kaum jemand entziehen kann, der einmal mit dem Training begonnen hat. Das Muay Thai umfasst verschiedene Aspekte, es ist sowohl traditionelle Kampfkunst, als auch ultimativer Wettkampsport aber auch realistische Selbstverteidigung.
Muay Thai ist traditionelle Kampfkunst:
Das Muay-Thai, der thailändische Nationalsport, ist eine der ältesten Kampfsportarten und hat in Thailand eine Jahrtausende alte Tradition. Die Wurzeln des modernen Muay Thai liegen im Muay Boran, welches auf den Schlachtfeldern Thailands im reinen Kampf ums Überleben entwickelt wurde und von Generation zu Generation weitergeben wurde. Bekannt sind unter anderem die Lehren der „Mae Mai“, „Look Mai“ und „Mai Kret“ Techniken die eine kunstvolle Wissenschaft darstellen. Diejenigen, die den Weg des traditionellen Kriegers gehen wollen, können die traditionellen Techniken erlernen und haben die Möglichkeit ein Prüfungssystem zu durchlaufen.
Muay Thai ist ultimativer Wettkampfsport:
In früheren Jahrhunderten wurden die Wettkämpfe ohne Boxhandschuhe, ohne Zeitlimitierung, ohne Gewichtsklassen und ohne Regeln auf Leben und Tod ausgetragen. Heutzutage im modernen Muay Thai gibt es ein feststehendes Regelwerk und wird in Profi Muay Thai und Amateur Muay Thai unterteilt. Die Amateure tragen eine komplette Schutzausrüstung, die aus Kopfschutz, Schienbeinschoner, Kampfweste und Boxhandschuhen besteht. Die Profis tragen bis auf Boxhandschuhe keine weitere Schutzausrüstung.
In der Schweiz wird in den Amateurkämpfen meist auf die Schutzweste verzichtet, in den Kämpfen unter Profi Regeln, tragen die Kämpfer in der C-und B-Klasse Ellenbogenschoner.
Sowohl im Amateur Muay Thai als auch im Profi Muay Thai sind alle Faust-, Tritt-, Knie-, Ellenbogen-, und Clinchtechniken erlaubt.
Dies trifft allerdings nur auf die Kämpfe zu, die unter den Regeln des MTBS stehen. So wird z.B. nur im MTBS mit Ellenbogentechniken gekämpft!
Das Muay Thai gilt ohne Zweifel als eine der härtesten, vielfältigsten und spektakulärsten Kampfsportarten weltweit.
Im Amateur Muay Thai gibt es die Möglichkeit Newcomerturniere, Landesmeisterschaften sowie Schweizerische Meisterschaften und Europameisterschaften zu bestreiten. Alle zwei Jahre findet in Thailand die offizielle Weltmeisterschaft im Amateur Muay Thai statt. In Thailand und in vielen anderen Nationen auch, ist das Amateur Muay Thai bereits vom Nationalen Olympischen Komitee anerkannt. Somit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis diese faszinierende Kampfsportart weltweit vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt wird.
Im Profi Muay Thai besteht die Möglichkeit im In- und Ausland auf Muay Thai Galas zu kämpfen. In Thailand finden jeden Tag, also siebenmal in der Woche, in vielen verschiedenen Stadien, Profi-Kämpfe statt, die auch vom thailändischen Fernsehen übertragen werden. Professionelle Thai-Box Camps gibt es in Thailand so viele, wie bei uns Fussballplätze. Alleine in Bangkok, der Hauptstadt Thailands, gibt es über 200 Profi-Camps in denen nur Berufsthaiboxer trainieren die mit Muay-Thai ihr Lebensunterhalt verdienen.
Muay Thai ist realistische Selbstverteidigung:
Das Muay Thai gehört wohl unbestritten zu den effektivsten Kampfkünsten der Welt. Es wurde auf den Schlachtfeldern Thailands, aus der Erfahrung von realen Kämpfen entwickelt und ständig verfeinert. Nur die Techniken konnten bestehen, die sich im realen Kampf als erfolgreich erwiesen. Im Muay-Thai verzichtet man auf Showtechniken und überflüssige Elemente die in der Realität unbrauchbar sind. Das Muay-Thai ist eine Kampfkunst, die alle Elemente des realen Kampfes miteinander kombiniert und dadurch geradezu unglaublich effektiv ist. Es umfasst sowohl die Abwehr unbewaffneter Attacken (z.B. Faustschläge, Knie- und Ellenbogentechniken, Tritte, Würgegriffe, Umklammerungen oder Haltetechniken) als auch die Abwehr bewaffneter Angriffe (z.B. Messer, Stöcke und andere Gegenstände). Im traditionellen Muay Thai, das man heutzutage unter dem Begriff Muay Boran kennt, werden unter anderem auch Techniken verwendet, die in der heutigen Zeit
im Wettkampf verboten sind, wie zum Beispiel Armbrecher, Genickhebel, Beinhebel, Würgetechniken und Kopfstösse sowie Techniken am Boden. Muay Thai und Muay Boran ist das offizielle Selbstverteidigungssystem der Royal Thai Army.
Aufgrund der Vielseitigkeit ist das Muay-Thai für alle geeignet:
- Für Leistungssportler die einen realistischen Vollkontaktkampfsport betreiben wollen, ist das Muay-Thai ein fantastischer Wettkampfsport.
- Für Freizeitsportler, die nicht an Wettkämpfen interessiert sind, eignet sich das Muay-Thai Aufgrund der Realitätsnähe hervorragend als Selbstverteidigungssystem.
- Durch das Herausbilden wertvoller Charaktereigenschaften, z.B. Rücksichtnahme und gleichermaßen auch Durchsetzungsvermögen, sowie Selbstdisziplin, Willenskraft und Selbstvertrauen, ist diese Sportart sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche zu empfehlen.
Muay-Thai heisst wörtlich übersetzt: „freies Boxen, Treten, Stossen, Ringen“ (Muay = Boxen, Treten, Stossen, Ringen und Thai = frei). Im Westen ist das Muay-Thai bekannt unter dem Begriff Thaiboxen.
Thailand heisst wörtlich übersetzt „freies Land“ Diese Bezeichnung kommt aus der Geschichte Thailands: Die Thais befanden sich früher ständig im Krieg mit ihren Nachbarvölker, gegen die sie sich zur Wehr setzen mussten. Generationen von Soldaten nutzten die traditionelle Kampfkunst Muay-Thai im Kampf gegen ihre Nachbarn, zur Erhaltung der Freiheit Thailands. Über 2000 Jahre haben die thailändischen Kämpfer allen Versuchen Thailand zu erobern durch ihre enorme Kampffähigkeit widerstehen können.
Muay Thai hat in Thailand einen sehr hohen kulturellen Stellenwert:
Das Muay-Thai wurde vom thailändischen Staat vor einigen Jahren als nationales Kulturgut erklärt, und wird dort auch mit sehr viel Geld unterstützt. Deshalb legt man auch sehr viel Wert auf eine vernünftige Ausbildung der Muay-Thai Trainer, welche eine solide und anerkannte Ausbildung durchlaufen müssen, um überhaupt anerkannt zu sein. Diese Ausbildung dauert sehr lange, da die angehenden Trainer einzelne Stufen durchlaufen müssen, die in Form von Khan-Prüfungen überprüft werden. Die Thai-Boxer haben zur Vorbereitung auf diese Prüfungen auch an etlichen Seminaren teilzunehmen. Diese Seminare leiten grundsätzlich nur alte, erfahrene Muay-Thai-Lehrer, die selbst diese Ausbildung durchlaufen haben. Das komplette Prüfungsprogramm wurde vom Department of Physical Education in Bangkok anerkannt. Zuständig für Prüfungen und Trainerausbildungen im Muay-Thai ist die
International Federation of Muay Thai Amateur (IFMA), mit ihrem Hauptsitz in Thailand. Der Muay Thai Bund Schweiz (MTBS) ist der IFMA angeschlossen.
Die Eigenschaften eines Muay Thai Kämpfers:
Wie kaum ein anderer Sport erfordert das Muay-Thai charakterliche und moralisch-psychische Qualitäten. Schon für das Training sind Eigenschaften wie Entschlossenheit, Durchhaltevermögen und Bereitschaft zur Anstrengung unerlässlich. Höflichkeit und Rücksicht dem Trainingspartner gegenüber sind wichtige Kennzeichen des Muay-Thai Boxers. Im Ring muss der Kämpfer Mut, Selbstvertrauen, Wettkampfhärte, Siegeswillen, kämpferische Intelligenz und Selbstbeherrschung zeigen.
In Thailand, dem Mutterland des Muay Thai, wird sehr viel Wert auf Respekt gegenüber den Lehrern, Trainern, Eltern und gegenüber allen Mitmenschen gelegt. Auch Werte wie Bescheidenheit und Freundlichkeit sind in Thailand selbstverständlich. Diese Eigenschaften spiegeln sich auch in der Kampfkunst Muay Thai wieder. Trotz kompromisslosen und knallharten Kämpfen, die bis zum KO führen können, wird der Gegner respektiert und nicht als Feind betrachtet. Vor dem Wettkampf zeigt man den Respekt gegenüber dem Gegner aber auch gegenüber seinem Trainer, Lehrern und Eltern durch den Wai Kruh, dem traditionellen Vorkampfritual, das vor jedem Kampf ausgeführt wird.
Muay Thai als Persönlichkeitsbildung und Charakterschulung:
Neben einem realitätsbezogenem Training, in dem die Techniken an Trainingsgeräten und Partnern ausgefeilt werden, ist die Harmonisierung von Körper und Geist ein ebenso wesentliches Ziel wie Gesundheit, Fitness und inneres Wachstum. Ein Thai-Boxer reift durch die Muay-Thai Ausbildung zu einer Persönlichkeit heran, die mit beiden Beinen im Leben steht. Durch die Erfahrungen der Vollkontakt-Wettkämpfe, lernt man eine realistische Selbsteinschätzung die sich auf alle Bereiche des täglichen Lebens übertragen lässt.



